Entspannt Tragen

Individuelle Trageberatung in Bonn, Rhein-Sieg-Kreis und Erftkreis

 
 
Womit trage ich mein Baby am Besten?


Tragen ist nicht gleich Tragen und kritische Überlegungen sind sicherlich nötig, um eine Entscheidung für das richtige Tragetuch oder die richtige Tragehilfe zu fällen. Die Entscheidung sollte insbesondere folgende Kriterien berücksichtigen:

Beinhaltung des Kindes

Für eine gute Hüftentwicklung ist das Tragen in Anhock-Spreiz-Haltung ideal. Dies ist die Haltung, die ein Neugeborenes automatisch annimmt, wenn es auf der Hüfte der Mutter getragen wird.

Dabei werden die Beine in einem Winkel von etwa 100 bis 110 Grad in den Hüftgelenken angehockt und nehmen gleichzeitig einen Winkel von etwa 90 Grad zwischen den beiden Oberschenkeln ein.

Die Anhock-Spreiz-Haltung ist übrigens Voraussetzung für die nötige Rundung des Rückens. Eine gute Trageweise ermöglicht diese Haltung.

Unterstützung des kindlichen Rückens

Ein Baby kommt nicht mit geradem Rücken zur Welt. Im Mutterleib liegt das Kind gerundet, und der Rücken befindet sich nach der Geburt in einer Totalkyphose. Der Rücken ist rund, und die Muskeln sind noch zu schwach ausgebildet, um ihn zu stützen. Auch die Bandscheiben erfüllen noch nicht ihre Funktion, so dass die einzelnen Wirbel sehr empfindlich sind und gut unterstützt werden müssen. Deshalb ist ein fest gebundenes Tuch so wichtig, und von Tragehilfen, in denen das Baby eher sitzt bzw. hängt, dringend abzuraten. Die Erschütterungen durch den Gang der Mutter müssen durch eine optimale Anpassung des Tuches an den Körper des Kindes abgefangen werden.

Wenn das Kind in der Lage ist, in Bauchlage den Kopf alleine zu halten, beginnt die erste Streckung. Abgeschlossen ist diese Entwicklung, wenn das Baby den Unterarmstütz beherrscht, was etwa mit 3 Monaten der Fall ist. Nun ist das Stadium der Halslordose erreicht.

Als nächster Schritt folgt die Brustkyphose, die abgeschlossen ist, wenn das Kind selbständig sitzen kann, was meist nicht vor dem Alter von 6-7 Monaten der Fall ist. Bis dahin braucht der Rücken optimale Unterstützung, und auch ein Kind, das bereits sitzen kann, braucht, wenn es einschläft und sonst in der Tragehilfe zusammensacken würde, die gleiche Unterstützung wie ein Neugeborenes.

Wenn das Kind sich hochziehen kann und zu Laufen beginnt, folgt als letzter Schritt der Wirbelsäulenentwicklung die Lendenlordose. Ein Kind, das laufen kann, zeigt die typische bekannte Wirbelsäule in S-Form


Stütze des Köpfchens

Der Kopf von Säuglingen ist im Vergleich zum restlichen Körper relativ groß und schwer und kann erst mit einigen Monaten über längere Zeit selbständig gehalten werden. Deshalb muss der Kopf durch das Tuch oder die Tragehilfe so gestützt sein, dass er weder nach hinten noch zur Seite fallen kann. Und auch bei älteren Kindern muss der Kopf beim Schlafen gestützt werden.

Sitzfläche

Das Gewicht des Kindes darf beim Sitzen nicht hauptsächlich auf einen Steg zwischen den Beinchen (Schrittbereich, d.h. Hoden oder Schambein) gelagert sein. Deshalb sollte die Sitzfläche nicht zu schmal sein. Außerdem ist eine breite Sitzfläche für den orthopädisch korrekten Sitz (Anhock-Spreiz-Haltung und runder Rücken) erforderlich.

Ein perfekt gebundenes "Känguru"

Diese Kriterien verdeutlichen, dass nur ein gut gebundenes Tragetuch mit altersgerechter Bindeweise für Ihr Baby optimal sein kann. Denn alle vorgefertigten Tragesitze, auch die beliebsten und "besten", lassen sich niemals so individuell auf die Bedürfnisse und Maße Ihres Kindes und auf sie als Träger abstimmen wie ein Tragetuch guter Qualität.

Es sind nicht alle Tragetücher zu empfehlen, die auf dem Markt erhältlich sind. Wichtig ist, dass das Tragetuch diagonal elastisch ist, als Kreuz - oder Diamantköper gewebt ist und schadstofffrei ist (Bio-Baumwolle oder Öko-Tex Standard 100).

Elastische Tücher sind nicht geeignet, da sie das Baby nicht ausreichend stützen.

In manchen Situationen eignen sich auch andere Tragehilfen für den kurzfristigen Gebrauch. Hierüber beraten wir Sie gerne persönlich, um auf Ihre speziellen Bedürfnisse eingehen zu können.